Unsere Werte im Wandel

Heute möchten wir Ihnen eine interessante Studie vorstellen. – Nein, hier werden Sie nicht erfahren, dass 75% der Deutschen zu dick sind, Kirschen gut gegen Demenz und Rosé nun doch bessere Laune macht als Rotwein. Auf diese Pferdchen springen wir natürlich nicht auf.
Dies hier ist eine Pilotstudie vom GDI (Gottlieb Duttweiler Institute/ Zürich) Die CVM 2010 – Consumer Value Monitor – Werteraum Food
In den reichhaltigen Unterlagen zur Studie, sind interessante Denkansätze und Ergebnisse nachzulesen.
Worum geht es? – Das GDI hat zusammen mit Nextpractice eine Gruppe von Schweizer und Deutschen Konsumenten (alle Alter, Geschlecht, sozialer Status) über ihr Konsumverhalten, Ihre Werte und Ansprüche in Sachen Ernährung befragt.

Daraus einige Perlen für Sie zum Weiterdenken:

„Ein Sehnsuchtsmantel hat sich über die Konsumgesellschaft gelegt.“
Sehr passend ausgedrückt. Diese Aussage resultiert aus der Befragung nach der Gewichtung einzelner Wertefeldern, die von den Befragten anzugeben war.
Als Wert wird alles verstanden, was über die Funktion der reinen Ernährung (den Hunger stillen) hinausgeht. Lebensmittel, die den Nahrungsbedarf decken, werden von den Konsumenten vorausgesetzt und nicht wertgeschätzt. Wichtig sind vielmehr die Werte darüber hinaus: wie Gesundheit, Genuss, Befriedigung (Sucht, Luxus, Status,…).

Ein kleiner Ausflug zum Werteraum im Wandel:

1960-/1970er: Ernährung war bodenständig, gleichförmig; die Nahrungsmittel befanden sich noch nahe am Ursprung; Herkunft war meist bekannt; hohes Vertrauen in die Qualität; regelmäßige Essenszeiten; Mangel an Auswahl; langweilig; fetthaltig; mühsam in der Zubereitung.

1970-/1980er: industriell hergestellte Massenware gewinnt an Bedeutung; gleichzeitig wächst auch Kritik daran; Umweltgedanke; Ambivalenz.
90er: breites Angebot; ständige Verfügbarkeiten; vereinfachte Zubereitung; ideologisierte Nahrungstrends; Zwang zur Mäßigung; hektische Nahrungsaufnahme; undurchsichtige Herstellungsweise der Massenware.

heute: die Wertefelder sind ein heiteres Sammelsurium der letzten Jahrzehnte, aber es findet ein Wandel statt. Hierzu die einzelnen Wertefelder der Befragung vorgestellt:
dem Ursprung nahe – entfremdet – neuen Luxus zelebrieren – unreflektiert (essen/ herunterschlingen) – impulsiv essen – intellektuell ideologisierten Trends folgen – Brigitte Diät (steht hier für leichtes, gesundes, vielseitiges Essen) – Trashfood (ungesund, einseitig, nährstoffarm) -Markenqualität – funktionale Bedürfnisbefriedigung (ohne großen Anspruch) -
alles einfach haben können – eingeschränkte, aufwendige Verpflegung (z.B. jeden Tag Kartoffeln, Soße, Fleisch, Gemüse; 60-70er Jahre Bodenständig, gleichförmig)

Die wichtigsten Werte der Konsumenten heute belegen die Felder belegen: „dem Ursprung nahe“, „Brigitte Diät“, „neuen Luxus zelebrieren“ und „Markenqualität“. „Alles einfach haben können“ wird vorausgesetzt. Trashfood und Massenware werden negativ bewertet.
Aber es klafft eine Lücke zwischen dem, was vom Konsumenten als wertig und gut empfunden wird und wie er sie lebt, bzw. eben nicht lebt, seine Werte.
Was ihn davon abhält sind einmal die Situationen (zum Beispiel: bei der Arbeit gibt es nur einfallsloses Kantinenessen oder einen Imbiss; keine Zeit in der Hektik des Alltags in Ruhe zu essen; würden am liebsten alles selbst kochen, nehme aber eine ungesunde TK-Pizza weil keine Zeit; usw.) – Was ihn noch davon abhält, das Angebot und hier: die fehlende Transparenz, der fehlende Überblick, die Verunsicherung, das fehlende Vertrauen.

Aus diesem ambivalenten Verhalten entsteht der eingangs zitierte „Sehnsuchtsmantel“
Die einstige Sehnsucht nach Luxus und Auswahl ist abgelöst worden von der Sehnsucht nach Ursprung, Natürlichkeit, Übersicht, Vertrauen, Mitgestaltung, nach Ruhe, Gemeinschaft und Rituale.
Dies wird hier als die Sehnsucht nach Reconnection beschrieben. Die Wieder-Verbindung mit dem Ursprung.

Einige Arbeitsfelder aus diesen Ergebnissen (Zitat: GDI):

„Solange weder Gesellschaft noch Wirtschaft sich bewusst sind, dass es massenrelevante Werte gibt, die noch nicht bedient werden, kann kein neuer Hoffnungsmarkt entstehen, weil die einen nicht einfordern, was sie eigentlich wollen und die anderen die neuen Geschäftspotenziale nicht erkennen, die zu den entsprechenden Angeboten führen würden. Der erste Schritt von der Sehnsucht zur Konsumrealität ist darum, dass die Themen in der Öffentlichkeit platziert werden.“

„Solange die fundamentale Herausforderung nicht gelöst ist, der Masse nichtmassenproduzierte Produkte anbieten zu können, bleibt die Sehnsucht nach Überwindung der heutigen Produktionsweise unerfüllt. Die Sehnsucht nach Reconnection (mit dem Ursprung) wird weiterleben.“

Noch viel, viel mehr ließe sich zitieren und besprechen aus dieser interessanten Studie. An dieser Stelle nur ein kleiner Spot darauf.
Hier zeigen wir, es gibt Untersuchungen und Studien, die sich zwar nicht so populär und simpel auf eine Schlagzeile bringen lassen, die dafür aber Potential zum Weiterdenke und zur Weiterentwicklung in sich bergen. Für unsere Projektarbeit wünschen wir uns, dass wir dazu beitragen, dass ein Wertewandel auch in der Realität stattfindet Denn in vielen Köpfen ist ja schon vorhanden. Um im stellenweise sehr gelungenen Sprachgebrauch der Studiendoku zu bleiben: wir wollen helfen, den Sehnsuchtsmantel zu lupfen. Indem wir anstoßen, Mut und öffentlich machen, die eigenen Werte auch zu leben und einzufordern!

siehe hierzu http://www.gdi.ch/de/publikationen/consumer-value-monitor-cvm

Splitter vom Umweltmarkt Borken

„Was haben Sie denn mit dem Umweltmarkt zu suchen?“ – Antworten gefällig?  „Was hat Ihr Kotelett, Ihr Frühstücksei, Ihr Kopfsalat mit der Umwelt zu tun?“ – „Wie kann sich ein vitaler Köper für die Umwelt einsetzen und wie, ein schlapper und müder?“ – „Was hat eine Familie, die sich natürlich und genussvoll ernährt für eine Umweltbilanz und wie sieht das bei einer hauptsächlich Fastfood und Fertigprodukte konsumierenden Familie aus?“ -
Viele Gespräche und immer wieder auch viel Zustimmung und eines war auch klar: „Alles kann ja …hier weiterlesen

„Mehr als wir verdauen können!“

Ein kleiner Bericht von unserem Besuch des 13.aid Forums in Bonn – aid Informationsdiesnt für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)

Lobenswert, dass gerade eine Gesellschaft, die sich der flächendeckenden Aufklärung und Information zur gesunden Ernährung zur Aufgabe gemacht hat, dieses Thema aufgreift. Schon 2007 waren die Themen des 10. aid-Forums der Ernährungskommunikation selbstkritisch und luden ein zum quer- und weiterdenken.
So waren auch dieses Mal Zweifel erlaubt: Brauchen wir wirklich die totale Aufklärung? Ist mehr Wissen über gesunde Ernährung ein Garant für mehr Gesundheit? Die Referenten kamen …hier weiterlesen

offener Brief an Jamie Oliver
open letter to Jamie Oliver

                      

Deutsche Version

Lieber Jamie

Vorab, ich hoffe ein deutsches „Du“ ist ok für Dich? Durch Deine inspirierenden Bücher und auch TV-Sendungen (im Original! – die dt. Synchronisierung ist leider sehr unvorteilhaft), bist Du mir über die Jahre hinweg recht vertraut geworden.
Mit Spannung und Interesse verfolgen wir, vom Projekt jetzt ess ich! Deine Aktivitäten, den stark Übergewichtigen dies- und jenseits des Atlantiks eine natürliche und adäquate Ernährung nahe zu bringen. Sinnvollerweise fängst Du da bei den Kindern an, denn hier kann man noch Einfluss nehmen und sie …hier weiterlesen

Vergleiche Dich nicht! Sei mutig!

Heute ist Weltfrauentag! Ein Tag mit hochpolitischem, wichtigem Hintergrund für uns Frauen. Dieser Tag lässt sich nicht exakt auf ein bestimmtes Ereignis zurückführen. Aber feststeht, er hat seinen Ursprung im Kampf um Wahlrecht, um Gleichberechtigung im Beruf und gesellschaftlichem Leben für uns Frauen. – Was dies mit jetzt ess ich! zu tun hat?
Es hat jede Menge damit zu tun, dass viele Frauen in Proportion zu ihrer Lebenszeit, viel zu viel Zeit damit verbringen, sich zu vergleichen und sich überkritisch im Spiegel zu betrachten. Viel …hier weiterlesen

Teller, Herd und Coaching aus Gender-Perspektive

Welch interessantes und ergiebiges Thema!
Jeder Mann und jede Frau kann hier mitreden und –schmunzeln. Doch wie wichtig diese Genderperspektive für eine zielgerichtet Kommunikation sein kann, dass haben wir in einem kurzweiligen Vortrag auf dem diesjährigen Diabetes-Kongress in Münster noch einmal eindrucksvoll dargestellt bekommen.
Ein Punkt, der auch bei jetzt ess ich! auf dem Plan steht, wenn es darum geht, über Herz, Bauch und Verstand Botschaften an die Frau und an den Mann zu bringen.
Unter dem Motto „essen ist männlich – ernähren ist weiblich“, verstanden es die …hier weiterlesen

Geschmacks-Tuning für mehr Genuss

Haben Sie schon mal 6 Wochen lang keinen Zucker zu sich genommen? – Nein?
Dann sollten Sie das unbedingt einmal ausprobieren. Es gibt da nämlich nur Vorteile:

Sie unterbrechen den Kreislauf kleiner und größerer Zucker(sehn)süchte
Sie justieren Ihre Geschmacksnerven neu und bekommen so die Chance wieder weniger aufdringliche Geschmacksnuancen herauszuschmecken
Sie festigen sich in Ihrem Selbstbewusstsein durch das erfolgreiche Einhalten eines selbstgewählten Verzichts
Nebenbei und je nach dem wie hoch Ihr derzeitiger Zuckerkonsum ist, profitiert Ihr Körper in Sachen Gesundheit und Gewicht
Ihre Einkaufs- und Küchenkompetenz steigen
Da Sie das alles in …hier weiterlesen

Ein frohes neues Jahr und
immer ein Lächeln im Gepäck ...

das wünschen wir Euch!

Von guten Vorsätzen zur Aufmerksamkeit (von Natur aus gut )

Was sind Vorsätze? Zunächst bezeichnet ein Vorsatz nichts als die konkrete Absicht, eine Handlung auszuführen. Oder: erst denken – dann handeln! Statt: erst handeln. – Kommt uns logisch vor?
Gäbe es da nicht Untersuchungen, die aussagen, dass wir um die 80 % unserer Handlungen im „Autopilotmodus“ durchführen (also: erst handeln). Je älter wir werden, desto höher dürfte dieser Prozentsatz liegen!
Dadurch bedingt, scheint es gar nicht so verkehrt, mit guten Vorsätzen …hier weiterlesen

Adventskalender online!

Jetzt ist unser Adventskalender online! Am besten schon mal als Favoriten abspeichern und dann keinen Tag verpassen! Hier geht es täglich um Aufmerksamkeit: dazu gibt es anregende Gedanken, Geschichten und Bilder. Unsere starken Partner  haben uns dabei tatkräftig unterstützt. An manchen Tagen können Sie selbst aktiv werden. Beim Spiel “Weißt Du wie viel Sternlein stehen” können Sie Sterne zählen. Sie können dabei sogar ein wenig mit sich experimentieren, mit Ihrer Aufmerksamkeit, mit Ihrer Konzentration. Was bringt Sie bei der jeweiligen Konstellation schneller ans Ziel: der fokussierte, konzentrierte Blick auf die Sterne oder der …hier weiterlesen

lieb und lästig: die Gewohnheiten

Wie heißt es immer so schön? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier! So schlecht ist die Aussage nicht. Schließlich lässt sich unser angeborener Hang, Gewohnheiten auszubilden und nur ungern wieder zu verlassen, gut begründen.

Im Laufe der Evolution wurden Eigenschaften, die unser Überleben sichern stark in unser Verhalten eingebrannt. Schließlich sind Nahrungsmittel, die man bereits viele Male gegessen und überlebt hat, erfahrungsgemäß sicherer als völlig neue unbekannte Nahrung. Genauso Situationen, die man immer wieder auf die gleiche Art und Weise gefahrlos bestreitet. Eine gute Absicherung zum Fortbestand …hier weiterlesen

Interview auf Radio WMW